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Umfrage Bayern
Zu
Beginn des Jahres 2004 wurde mittels einer Umfrage unter allen
bayerischen Gemeinden eine Bestandsaufnahme durchgeführt. Die
Fragen bezogen sich auf die Bereiche der Kooperation, die
Organisations- bzw. Rechtsformen laufender Zusammenarbeit sowie
die bisherigen Erfahrungen und erzielter Ergebnisse. Weiterhin
interessierten die Felder künftiger Zusammenarbeit.
Von
den befragten Gemeinden beteiligten sich 651 Gemeinden; das
entspricht einer Rücklaufquote von 32 v.H. aller bayerischen
Gemeinden. Das Ergebnis ist zwar nur bedingt repräsentativ,
das Ziel der Umfrage jedoch wurde erreicht, nämlich Schwerpunkte
und Vorreiter aufzufinden.
Hier können Sie
eine Präsentation zum Ergebnis der bayernweiten Umfrage
abrufen. Die Häufigkeit der genannten Kooperationsbereiche nimmt
von links oben nach rechts unten ab:
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Präsentation:
Umfrage zur Interkommunalen Zusammenarbeit in Bayern
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Überblick über die Ergebnisse der Umfrage
Den
zugrundeliegenden Fragebogen können Sie hier downloaden:
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Fragebogen zur
Interkommunalen Zusammenarbeit
Istzustand
Kommunale Zusammenarbeit erfolgt bisher in den meisten Fällen
streng bezogen auf eine einzelne Aufgabe. Die Zusammenarbeit der
Kommunen auf mehreren Gebieten in sog. „kommunalen Allianzen“
steckt noch in den Anfängen.
Die
Gemeinden pflegen in vielen Bereichen die Zusammenarbeit;
Schwerpunkte bilden die Aufgaben Verwaltung, EDV, Abwasser,
Wasserversorgung sowie der Bauhof. Tourismus, Schul- und
Beschaffungswesen sind Themen, die mit geringerer Intensität
bearbeitet werden. Vervollständigt werden die Nennungen durch
die Felder Regionalentwicklung, Verkehrsüberwachung, Straßenbau
bzw. –unterhalt
(
Winterdienst ) sowie Erfahrungsaustausch unter den
Mitarbeitern. Es fällt auf die hohe Zahl von Nennungen im
Bereich Verwaltung. Bei näherer Betrachtung wird erkennbar, dass
es sich hierbei fast ausschließlich um Verwaltungsgemeinschaften
handelt, einer in Bayern seit über 30 Jahren praktizierten Form
erfolgreicher kommunaler Zusammenarbeit. Bezüglich des relativ
hohen Anteils der EDV muss ergänzt werden, dass es sich in der
Regel um die Einbindung in Behördennetze handelt. Hinsichtlich
der Rechtsformen ihrer Zusammenarbeit schöpfen die Gemeinden das
gesamte zur Verfügung stehende Spektrum aus. Überwiegend finden
sich jedoch die Möglichkeiten, die das Gesetz über die kommunale
Zusammenarbeit bietet: die Arbeitsgemeinschaft,
Zweckvereinbarungen und der Zweckverband. Nur vereinzelt wurden
Formen des Privatrechts gewählt; die GmbH mit Schwerpunkten bei
den Entwicklungsgesellschaften, bei der Energieversorgung
(
Einkaufsgesellschaft ) und sog. Gründerzentren. Der rechtsfähige
Verein erscheint auf dem Gebiet des Tourismus sowie der
Volkshochschulen. In einem Fall wurde uns eine Gesellschaft
bürgerlichen Rechts genannt ( Tourismus ). Auf ein erfolgreiches
Beispiel langjähriger interkommunaler Zusammenarbeit sei
hingewiesen, die „Realsteuerstelle Regensburg“. Diesem
Zweckverband gehören 26 ( von 41 ) Landkreisgemeinden sowie fünf
Zweckverbände an. Für weitere neun Gemeinden und den Landkreis
Regensburg werden auf vertraglicher Basis Arbeiten erledigt. Zum
Aufgabenkreis gehören die Veranlagung und Einziehung
öffentlicher Abgaben für die Mitglieder, Unterstützung bei der
Aufstellung der Haushaltspläne und der Jahresrechnungen, der
Betrieb eines Rechenzentrums und die Bereitstellung der Software
für das Einwohnermelde-, Finanz- sowie Standesamtswesen. Als
neue Aufgabe kam jüngst hinzu die Erstellung und spätere
Betreuung eines flächendeckenden geographischen
Informationssystems - GIS -.
Erfahrungen
Eindeutig positiv wurde die Frage beantwortet, ob im Rahmen der
Kooperation mit anderen Gemeinden Einsparungen bzw.
Verbesserungen bei der Aufgabenerfüllung erzielt wurden. Die
übereinstimmenden Antworten lassen darauf schließen, dass
Interkommunale Zusammenarbeit die Stärken der Partner bündelt
und den Beteiligten zusätzliche Chancen eröffnet.
Schwerpunkte für die Zukunft
Nahezu alle Bereiche gemeindlicher Zuständigkeit wurden zur
Frage angeführt, auf welchen Feldern eine Kooperation mit
anderen Kommunen - insbesondere unter dem Gesichtspunkt von
Einsparpotentialen und der Möglichkeit einer Effizienzsteigerung
und Serviceverbesserung - vorstellbar wäre. Mit Abstand am
häufigsten wurde der Bereich „Bauhof“ genannt. Offensichtlich
gehen viele davon aus, auf diesem Sektor könnte noch
wirtschaftlicher gearbeitet werden. Deutlich weniger zahlreich
wurden die Bereiche Abwasser/ Wasserversorgung, EDV,
Beschaffung, Tourismus und Verwaltung angeführt. Es fällt auf,
dass die Teilaufgabe „Standesamt“ in über 7 v.H. der Nennungen -
dagegen ca. 4 v.H. für die allgemeine Verwaltung - in den
Blickwinkel für eine gemeinsame, gemeindeübergreifende
Aufgabenerfüllung gerückt wurde. Der Vollständigkeit wegen seien
noch die Themen Personal ( Fortbildung ), Tourismus,
Winterdienst, Feuerwehr, Bauleitplanung und Verkehrsüberwachung
angeführt. Wie weit die Vorstellung einer Zusammenarbeit auf
einem Gebiet von der praktischen Verwirklichung entfernt ist,
zeigt sich am Beispiel „Bauhof“ augenfällig. 215mal wurde der
Bauhof auf die Frage genannt, in welchem Bereich eine künftige
Zusammenarbeit möglich erscheint, auf die Frage, wo eine
Zusammenarbeit konkret geplant ist, wird das Thema Bauhof nur
noch in 40 Fällen angeführt. Schwierigkeiten können sich
einstellen, wenn die Partner unterschiedlich leistungsstark sind
oder die Vereinbarungen unzureichend abgefasst werden. Sehr
wichtig für eine funktionierende Zusammenarbeit ist, dass sich
die handelnden Personen verstehen, sie einander offen und
vertrauensvoll begegnen.
Gemeinsamkeit macht stark
Es
zeigte sich, dass unter den bayerischen Kommunen das Bewusstsein
vorhanden ist, über Interkommunale Zusammenarbeit die
Wirtschaftlichkeit ihres Handelns zu steigern und die
Serviceleistung zugunsten der Bürger zu verbessern.
Interkommunale Zusammenarbeit ist keine Modeerscheinung, sondern
ein geeignetes Instrument, Interessen zu bündeln und Aufgaben
miteinander zu erfüllen. Im Einzelfall mag zwar das
„Kirchturmdenken“ noch vorherrschen, mittelfristig wird die
gemeindeübergreifende Kooperation aber an Bedeutung zunehmen.
Dies gilt vor allem vor dem Hintergrund der Globalisierung und
der Regionalisierung, die vor unseren Kommunen nicht halt machen
werden. Im Hinblick auf die knapper werdenden Finanzmittel halte
ich eine verstärkte Zusammenarbeit, wenn auch strikt auf
freiwilliger Basis, für unbedingt notwendig, um die kommunale
Eigenständigkeit auch langfristig zu gewährleisten. Es lohnt
sich, denn Gemeinsamkeit macht stark.
Hier erhalten Sie einen Überblick
über die Umfrageergebnisse:
|
Vorhandene Zusammenarbeit |
|
|
|
|
Bereich |
Prozent |
|
Wasserversorgung |
6,78% |
|
Abwasser |
10,27% |
|
Schule |
5,32% |
|
Bauhof |
8,14% |
|
EDV |
10,56% |
|
Beschaffung |
3,19% |
|
Sonstige Bereiche |
28,78% |
|
Tourismus |
5,52% |
|
Verwaltung |
21,41% |

|
Vorstellbare Zusammenarbeit |
|
|
|
|
Bereich |
Prozent |
|
Bauhof |
22,28% |
|
Abwasser |
8,70% |
|
Wasserversorgung |
8,50% |
|
Standesamt |
7,35% |
|
Beschaffung |
7,00% |
|
EDV |
6,74% |
|
Verwaltung |
4,35% |
|
Tourismus |
4,15% |
|
Sonstiges |
30,90% |

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